Hähnchencurry im Café Central

Mein Freund und ich gehen nicht häufig auswärts essen. Da wir selbst viel kochen, muss sich jedes Lokal und das dort angebotene Essen unserer Knock-Out-Frage stellen: Hätten wir es geschmacklich und optisch genauso hinbekommen?

Vor einiger Zeit waren wir mal wieder Essen im Café Central in der Jülicher Str. / Ecke Lindenstraße, das zum Hotel Chelsea gehört. Früher war die Menge der angebotenen Speisen sehr groß und ich musste immer wieder feststellen, dass ich nicht wirklich zufrieden war (insbesondere verglichen mit dem Geld, das ausgegeben werden musste). Seit geraumer Zeit hat sich das Speisenangebot deutlich verkleinert, was an sich ja zunächst einmal ein gutes Zeichen ist.

Uns beiden stand der Appetit nach Hühnchen, so dass wir ein Hühnchencurry mit Reis bestellten. Das Curry war überaus köstlich; die Balance zwischen süß und scharf war hervorragend. Das Gemüse auf den Punkt gekocht, so dass es noch leicht knackig war. Allerdings entpuppte sich das ausgewiesene Hühnchenfleisch als Putenfleisch. Das tat dem Geschmack zwar keinen Abbruch, war aber nun nicht genau das, was wir wollten (auf eine Reklamation hatten wir allerdings verzichtet). Zweiter Minuspunkt war leider der Reis. Er war nicht frisch gekocht. Die trockenen Reiskörner auf der Oberseite des kleinen Reishügels wiesen aus, dass der vorab gekochte Reis einfach noch einmal in die Mikrowelle gestellt wurde. Schade. Unsere Knock-Out-Frage mussten wir also eindeutig mit Ja beantworten.

Nichtsdestotrotz genossen wir den weiteren Abend im Café, da die Kaffeehausatmosphäre dort einfach unschlagbar ist. Der leckere Wein, der zu einem fairen Preis ausgeschenkt wird, trug sein Übriges dazu bei.

Nachmittagskaffee: Im Maybach, Köln

Nach einer schönen bis erregenden Sonntagnachmittagsfahrt am Rheinufer in Köln gönnten mein Freund und ich uns einen Kaffee. Wir suchten das “Maybach” in der Maybachstraße auf. Wir trafen ein, als gerade das Brunchbuffet abgebaut war. Es waren auch nicht viele Leute anwesend – wahrscheinlich waren die Kölner bei dem schönen Wetter eher unterwegs als im Café. Leider wirkt das Café-Restaurant bei wenigen Anwesenden eher hallenmäßig. Hier machen sich die fehlenden Bilder an den Wänden deutlich bemerkbar. Die sehr schönen und großen Lampenschirme, die von der Decke herabhängen, machen dies leider nicht wett. Tische und Stühle in Reih und Glied wirken hier bei geringer Besucherzahl darüber hinaus sehr steril.

Milchkaffee im Maybach, Köln

Mein Freund bestellte – wie üblich – einen Kaffee und ein Mineralwasser, ich einen Milchkaffee. Sein Kaffee war nach seiner Auskunft aromatisch, mein Milchkaffee leider etwas wässrig schmeckend. Der Kaffee hat anscheinend keine ausreichende Geschmackskraft, um in der Vermengung mit Milch noch ausreichend Aroma zu entfalten. Und was ich auch nicht so schön finde sind Kleckereien am Becher (siehe Foto). Das Auge – in diesem Falle – trinkt ja auch mit. Und da ich Süßstoff bevorzuge, hatte ich auf einen ästhetischen Süßstoffspender gehofft; es steht ja auch ein schöner Zuckerstreuer auf dem Tisch. Leider gab es den Süßstoff nur in Beutelchen. Ich verstehe übrigens nicht, warum man überall zwei Beutelchen mit insgesamt vier Tabletten bekommt; nirgendwo würde man die äquivalenten vier Zuckerbeutel serviert bekommen (unnötiger Müll).

Atmosphärisch und kaffeemäßig wurde ich also leider nicht befriedigt. Schade, denn das Lokal hat durch seine Lage und der grundsätzlichen Einrichtung wirklich Potenzial.

Kaffee mit Dekoration in der Innenstadt

Café Lichtenberg, Köln

Wenn ich mich in der Kölner Innenstadt zum Kaffee verabreden möchte, gibt es nur wenige Anlaufpunkte. Wichtig ist ja zunächst einmal immer, dass die Lokalität gut erreichbar ist. Und der Kaffee soll schmecken. Heute Nachmittag habe ich mich deshalb wieder einmal im Café Lichtenberg verabredet. Es liegt nahe beim Neumarkt und ist sowohl fahrrad- als auch ÖPNV-technisch gut zu erreichen.

Außenansicht Café Lichtenberg, Köln

Bei dem strahlenden Sonnenschein heute saßen natürlich viele Leute draußen. Allerdings bin ich immer wieder etwas irritiert, ob ein Tisch zum Café selbst gehört oder zur Weinbar, die im gleichen Gebäude angesiedelt ist. Wir hatten uns drinnen verabredet; dort war es wetterbedingt etwas leer. Dann entwickelt das Lichtenberg leider einen Mehrzweckhallencharakter, da am Eingang auch der Zugang zum Servicepoint von Netcologne verortet ist (früher war das Café übrigens ein Internetcafé mit Laptopverleih und WLAN).

Ich trank einen Milchkaffee. Der Kaffee hat einen angenehm milden Charakter. Der Milchschaum ist schön aufgetragen. Die Kombination ist lecker (es muss ja nicht immer ein Latte Macchiato sein). Dazu gab es einen feinen Keks (Sandgebäck), der vielleicht sogar selbst gemacht war (ich habe noch nie danach gefragt, fällt mir dabei ein) und auf keinen Fall Industrieware sein kann.

Café Lichtenberg, Köln

Der angenehmste Ort im Lichtenberg ist die Sitzbank, die von einem durch Bücherspenden verschiedener Verlage ausgestatteten Bücherregal umrahmt wird. Die Tische sind immer wieder interessant zu betrachten, da unter der Glasplatte saisonal unterschiedliche Dekorationen zu finden sind. Und angenehm für die Augen sind auch die riesengroßen Leuchter, die auch kleinteiligen Kunststoffdingen bestehen. Leider wirkt die Bedienung recht häufig etwas hektisch bis überlastet.

Fazit: Für den gut schmeckenden Kaffee zwischendurch mitten in der Stadt ist das Café Lichtenberg ein guter Anlaufpunkt. Zum Essen ist mir die Atmosphäre etwas zu hallenartig.

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